Mit einem aktuellen Informationsflyer möchten wir auf die verschiedenen Möglichkeiten aufmerksam machen, unsere Arbeit langfristig zu stärken – insbesondere durch ein Vermächtnis oder eine testamentarische Zuwendung.
In Nestnähe leuchtet es grün
Die Ausrüstung erinnert ein wenig an die Ghostbusters. Doch mit dem weißen Anzug, dem tonnenförmigen Sauger samt Lanzen und Stromaggregat sowie dem Telemetriesender in Form einer Pistole, geht Steffi Eing nicht auf Geisterjagd. Die Imkerin widmet sich weiter dem Kampf gegen die Asiatische Hornisse.
„Wir haben dieses Jahr schon elf Königinnen und drei Embrionalnester gefunden“ , berichtet die Gescheranerin.
„Dass es schon so früh los geht, ist krass. “
Nun hat der Imkerverein Gescher, Stadtlohn, Velen und Umgebung mithilfe von Fördermitteln aus dem EU-kofinanzierten Leader-Förderprogramm des Landes NRW und Unterstützung der Bürgerstiftung Gescher in eine hochmoderne Spezialausrüstung investiert, um der invasiven Insektenart besser zu Leibe zu rücken.
Im vergangenen Jahr wunderte man sich bei einer Brotbackaktion auf dem Museumshof über das verstärkte Aufkommen der Asiatischen Hornisse.
„Hefe zieht sie an“, weiß Theo Heenen vom Imkerverein. Dieser stellte sofort Locktöpfe mit einer Hefelösung auf und machte schließlich ein Nest an der Konrad-Adenauer Strasse aus. Mit der Telemetrieausrüstung können die Imker die Tiere noch besser lokalisieren. Der Sender ist nur etwa so groß wie eine Stecknadel, wiegt 0,18 Gramm und wird im Frühjahr einer eingefangenen Königin angehängt, um die Embrionalnester ausfindig zu machen, in denen nur die Königin haust. Später im Jahr wird eine Arbeiterin damit ausgestattet, um Primär- und Sekundärnester zu finden.
„Wenn es so aussieht, habe ich das Nest gefunden“, demonstriert Eing und hält die Telemetriepistole direkt an den Peilsender. Die Pistole leuchtet grün bis zum Anschlag. Sobald sich Eing weiter entfernt, schlägt das Ortungsgerät nur bis Gelb oder gar Rot aus. „man würde erstmal nicht erwarten, dass dahinter eine so feine Technik stekt, staunt Regionalmanager Thomas Rudde.
Das keine Zeit zu verlieren ist, hat auch das Regionalmanagement der Leader Region ‚berkel schlinge‘ erkannt. „Wir haben so schnell es ging den Antrag bewilligt“ sagt Rudde. 17.700 € und damit 65 % der Gesamtsumme kommen aus dem Leader-Fördertopf. Die Bürgerstiftung beteiligt sich mit 2500 € . Der Imkerverein selbst stemmt den übrigen Eigenanteil vom 3.700 €.

Zum Ausstattungspaket zählen eine bis zu 30 Meter einsetzbare Sauglanze mit einem leistungsstarken Industriesauger, spezielle Schutzanzüge mit Helmen, eine Drohne, ein Sendersuchsystem sowie weiteres notwendiges Kleinmaterial.
Mit der Unteren Naturschutzbehörde stehe Eing inzwischen zweimal täglich im Kontakt. „Wir haben nur eine Chance, die Asiatische Hornisse zu reduzieren, wenn wir in die Fläche gehen“, betont Theo Heenen. Aber was das betrifft, sei Gescher anderen Kommunen inzwischen zwei Jahre voraus.
Autor: Florian Schütte, Gescher AZ

